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Sonnenfinsternis am 12. August 2026: Uhrzeiten, Bedeckung und Augenschutz

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TYPISCHE BAHN
MITTWOCH, 12. AUGUSTBeginn gegen 19:20 Uhr, Maximum kurz nach 20 Uhr — dann steht die Sonne nur wenige Grad hoch.
NIEMALS OHNE SOFI-BRILLEIn Deutschland wird die Sonne nie vollständig bedeckt. Es gibt keinen Moment ohne Schutz.
FREIE SICHT NACH WESTENBei vier Grad Sonnenhöhe genügt eine Baumreihe, und alles ist verdeckt.

Am Abend des 12. August 2026 schiebt sich der Mond vor die Sonne. Deutschland erlebt dabei die tiefste partielle Sonnenfinsternis seit einer Generation. Je nach Ort werden 84 bis 90 Prozent des Sonnendurchmessers verdeckt. Übrig bleibt eine schmale Sichel tief im Westen. Zwei Dinge entscheiden darüber, ob du etwas davon siehst: eine geprüfte Finsternisbrille und ein Platz mit freier Sicht zum Horizont. Beides lässt sich vorbereiten. Und dafür ist jetzt die richtige Zeit, denn Finsternisbrillen sind vor solchen Terminen regelmäßig wochenlang ausverkauft.

Der zweite Teil des Doppelereignisses: Wie die Perseiden-Nacht nach der Finsternis wird — Zeiten und Zahlen tagesaktuell auf Perseiden heute.

Die Uhrzeiten — und warum das Ende niemand sieht

Die Finsternis läuft am frühen Abend ab. In Deutschland beginnt sie zwischen etwa 19:10 und 19:25 Uhr. Im Nordwesten geht es zuerst los, auf Sylt bereits um 19:12 Uhr. Das Maximum folgt kurz nach 20 Uhr. Rechnerisch endet die Finsternis gegen 21 Uhr.

Für Heidelberg nennt das Haus der Astronomie exakte Werte. Sie taugen als Orientierung für die Mitte Deutschlands: Beginn 19:21 Uhr, Maximum 20:15 Uhr, Sonnenuntergang 20:51 Uhr, rechnerisches Ende 21:05 Uhr.

Ein zweites Beispiel aus dem Norden, gerechnet vom Planetarium Hamburg: In Hamburg beginnt die Finsternis um 19:14 Uhr. Das Maximum liegt um 20:08 Uhr bei 85,4 Prozent. Die Sonne geht um 20:54 Uhr unter. Für Köln nennt das Deutsche Zentrum für Luft- und Raumfahrt das Maximum um 20:13 Uhr bei 88,3 Prozent Bedeckung und sechs Grad Sonnenhöhe.

Der letzte Wert der Heidelberger Reihe enthält die Pointe. Die Sonne geht unter, während die Finsternis noch läuft. Das Ende sieht in Deutschland niemand. Die verfinsterte Sichel verschwindet vorher hinter dem Horizont.

Dein Beobachtungsfenster liegt also zwischen Beginn und Sonnenuntergang. Das Maximum fällt kurz vor das Ende dieses Fensters. Sei deshalb früh da und geh nicht erst gegen halb neun aus dem Haus. Je nach Wohnort verschieben sich alle Zeiten um einige Minuten. Im Westen beginnt es früher, im Osten geht die Sonne früher unter.

Wie viel wird bedeckt — nach Region

Der Bedeckungsgrad nimmt von Nordosten nach Südwesten zu. Der Grund liegt südlich von uns: Dort, über Spanien, verläuft die Zone der totalen Finsternis. Die Vereinigung der Sternfreunde nennt für einige Orte diese Werte:

Region / Stadt Bedeckung
Konstanz, Freiburg (Südwesten) rund 90 %
München rund 89 %
Köln 88,3 %
Frankfurt am Main 87,2 %
Heidelberg, Kassel (Mitte) 86–88 %
Hamburg 85,4 %
Berlin rund 84 bis 85 %
Rügen (äußerster Nordosten) rund 84 %

Die Werte verschiedener Quellen weichen um etwa einen Prozentpunkt voneinander ab. Das liegt an der Rechenweise: Manche Angaben beziehen sich auf den Durchmesser der Sonnenscheibe, andere auf ihre Fläche. Für die Praxis macht das keinen Unterschied.

Zum Vergleich: Bei der partiellen Finsternis im März 2025 waren es im deutschen Sprachraum höchstens 23 Prozent. Diesmal ist es eine völlig andere Größenordnung. Dunkel wie bei einer totalen Finsternis wird es trotzdem nicht. Selbst bei 90 Prozent bleibt genug Sonnenlicht für einen hellen Abend. Das Licht wirkt in den letzten Minuten aber seltsam flach und kühl. Schatten werden schärfer. Und wer aufmerksam ist, merkt, dass es kühler wird.

Der Beobachtungsplatz: freie Sicht nach Westnordwesten

Diese Finsternis stellt eine Anforderung, die sonst keine stellt: Die Sonne steht sehr tief. Zu Beginn sind es etwa zwölf Grad über dem Horizont. Streck den Arm aus und mach eine Faust — so hoch steht sie dann ungefähr. Zum Maximum sind es nur noch vier Grad. Das ist die Breite von drei Fingern. Eine Baumreihe, ein Nachbarhaus oder ein sanfter Hügel im Westen genügt, und das Schauspiel ist verdeckt.

Such dir deshalb einen Platz mit freiem Blick nach Westnordwesten. Geeignet sind eine Anhöhe, ein Feldrand, das Ostufer eines Sees, eine Brücke oder notfalls ein Parkhausdach. Prüf den Platz ein paar Tage vorher zur gleichen Uhrzeit. Die Sonne steht dann fast genauso, und du siehst sofort, ob die Sicht reicht.

Dunkelheit spielt hier keine Rolle. Anders als bei Sternschnuppen ist Lichtverschmutzung völlig gleichgültig. Es zählt allein der freie Horizont.

Augenschutz: der wichtigste Abschnitt dieses Artikels

Der Blick in die Sonne kann die Netzhaut in Sekunden dauerhaft schädigen. Das Tückische daran: Es tut nicht weh. Die Netzhaut hat keine Schmerzempfindung. Der Schaden zeigt sich erst später. Deshalb gilt ohne Ausnahme:

Nur mit zertifizierter Finsternisbrille. Sie muss die Norm ISO 12312-2 erfüllen und unbeschädigt sein. Halte sie vor Gebrauch gegen eine helle Lampe. Kratzer, Löcher oder Falten in der Folie machen sie unbrauchbar. Sonnenbrillen sind kein Ersatz, auch nicht mehrere übereinander. Ebenso untauglich sind berußtes Glas, Rettungsdecken, belichteter Film, CDs und Schweißerglas ohne ausreichende Schutzstufe.

Woher du eine Brille bekommst. Finsternisbrillen kaufen kannst du im Astronomie-Fachhandel, bei Optikern, in Planetarien und bei Volkssternwarten. Tu es früh. Vor früheren Finsternissen waren sie wochenlang ausverkauft, und kurz vor dem Termin tauchen erfahrungsgemäß Billiganbieter ohne belastbare Prüfung auf. Achte auf die aufgedruckte Norm ISO 12312-2 und auf einen Hersteller, der sich nachvollziehen lässt. Viele Sternwarten bieten am Finsternisabend außerdem öffentliche Beobachtungen mit gefilterten Teleskopen an — für Familien oft die beste Lösung.

Die Brille bleibt die ganze Zeit auf. Von totalen Finsternissen kennt man die Ausnahme, dass in den Sekunden der vollständigen Bedeckung ohne Schutz geschaut wird. Sie setzt genaue Kenntnis des Zeitpunkts voraus und spielt hier keine Rolle. In Deutschland wird die Sonne am 12. August zu keinem Zeitpunkt vollständig bedeckt. Es gibt also keinen Moment, in dem du die Brille abnehmen könntest.

Niemals durch Fernglas, Teleskop oder Kamera schauen — es sei denn, vor der Optik sitzt ein dafür gebauter Sonnenfilter. Eine Finsternisbrille hinter dem Okular schützt nicht. Das gebündelte Licht zerstört die Folie und das Auge in Bruchteilen einer Sekunde. Auch dem Sensor eines Smartphones tut der direkte Blick in die Sonne nicht gut.

Der Trugschluss der tiefen Sonne. Die Sonne steht dicht über dem Horizont und wirkt rötlich. Der direkte Blick fühlt sich dadurch harmlos an. Er ist genauso gefährlich wie mittags. Die Dämpfung durch die Atmosphäre reicht nicht aus. Und das Blendungsgefühl ist kein Maß für die Gefahr.

Fotografieren. Fürs Handy genügt es, eine Finsternisbrille vor die Linse zu halten. Die tief stehende Sichel über der Landschaft wird so überraschend gut. Für Kamera mit Teleobjektiv, Fernglas oder Teleskop brauchst du dagegen eine echte Sonnenfilterfolie vor der Öffnung. Und in jedem Fall gilt: durch den Sucher schaust du nur mit Filter vor dem Objektiv, nie ohne.

Mit Kindern. Setz die Brille auf, bevor der Blick nach oben geht, und bleib dabei. Kinder schauen erfahrungsgemäß am Brillenrand vorbei. Es gibt eine sichere Alternative, die Kinder oft mehr fasziniert als die Brille: die indirekte Beobachtung. Stich ein kleines Loch in ein Blatt Papier und halte es in die Sonne. Auf einem zweiten Blatt erscheint ein Bild der Sichel. Denselben Effekt liefert ein blätterreicher Baum. Er wirft dutzende kleine Sicheln auf den Boden.

Und in derselben Nacht: die Perseiden

Der 12. August 2026 ist ein doppelter Himmelstag. Wenige Stunden nach der Finsternis erreicht der Perseiden-Strom sein Maximum. Und derselbe Neumond, der jetzt vor der Sonne steht, bleibt danach unsichtbar. Der Himmel ist also die ganze Nacht dunkel. Bessere Bedingungen gibt es nicht.

Was in dieser Nacht zu erwarten ist, steht im Perseiden-Artikel. Wie du den Abend praktisch planst, zeigt die Checkliste. Ein Hinweis zur Logistik: Für die Finsternis brauchst du freien Westhorizont, für die Sternschnuppen möglichst dunklen Himmel. Wer beides verbinden will, sucht eine Anhöhe außerhalb der Stadt mit freier Sicht nach Westen.

Wenn du mehr willst: Totalität und die nächsten Termine

Vollständig verdeckt wird die Sonne nur in einem schmalen Streifen. Er verläuft über Grönland, Island, Nordspanien und die Balearen. Wer die Totalität erleben will, muss reisen. In Deutschland war sie letztmals 1999 zu sehen, die nächste kommt erst 2081. Etwas näher liegt der 2. August 2027. Dann gibt es hier wieder eine tiefe partielle Finsternis, deren Totalitätszone über Südspanien und Nordafrika verläuft.

Zeiten und Bedeckungswerte nach Angaben des Hauses der Astronomie (Max-Planck-Institut für Astronomie), des Planetariums Hamburg, des Deutschen Zentrums für Luft- und Raumfahrt und der Vereinigung der Sternfreunde. Stand: Juli 2026. Für den eigenen Ort können die Zeiten um einige Minuten abweichen.


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